Als die Schönen und Reichen die italienischen, französichen und andalusischen Mittelmeerküsten als Flaniermeilen und Catwalks entdeckt hatten und alle damals wie heute auf sich haltenden Mode- und Duftwassermarken in Boutiquen vertreten waren, weckte das bei vielen aus ärmlichen Verhältnissen stammenen jungen Damen Sehnsüchte. Wie bei der in Peter Sarstedts einzigem Welthit Where Do You Go To My Lovely … besungenen Marie-Claire, die im ärmlichen Bereich Neapels aufgewachsen ist.
Es gelingt ihr, in den internationalen Jet-Set aufzusteigen. Alternativ hätte ihr eine Haushaltskarriere als Mutter etlicher Kinder und ein ständig unzufriedener, rauchender und vielleicht trinkender Ehemann in Aussicht gestanden. Doch das Leben der Schönen und Reichen ist nur angenehm, wenn man schön und reich ist, eigenes, Daddys oder geerbtes Geld ausgeben kann und nicht auf einen Sugardaddy angewiesen ist. Was also macht sie abends, wenn die Party vorbei ist, in ihrem Hotelzimmer, das meist preiswerter ist, als ein Frühstück in einer der Luxusabsteigen?
Dem in damals Britisch-Indien, in New Dehli, geborenen Sarstedt (1941-2017) gelang mit seinem 1969 erschienenen Song ein Hit, der vieles vereint, was nicht leicht vereinbar schien: traditionelle mediterrane Hafenmelodie im Rhythmus eines Walzers sowie eine einerseits frohlockende, andererseits ins Melancholische driftende Folk-Stimme eines Engländers, der nicht englisch klingt. Where Do You Go To My Lovely … ist eine Ode an die It-Girls dieser Welt.
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