Dass sie unter den vielen grünen Grazien zu jenen gehört, die rhetorisch schwach und in ihrer Wortwahl zum Teil präpubertär vulgär aufgefallen sind, ist genauso hinlänglich bekannt wie ihre körperbetonten Auftritte in ihren Social Media Accounts und im realen Leben. Das uralte Prinzip von Sex sells hat Jette Nietzard verinnerlicht wie kaum eine andere Grüne. Nun rechnet die Princess of Stuss ein wenig ab – mit ihrer Partei und ihren Kritikern. Für viele Medien und ihre Partei sei sie „verbrannt“, konstatiert sie im Interview mit der Zeit, für die das offensichtlich nicht gilt. Das semifeministische Blatt inszeniert sie in einem Berliner Fotostudio.
Für einen Spendenaufruf für die vermeintlichen Seenotretter von SOS Humanity hat sie sich das Sex-sell-Prinzip zunutze gemacht. „Dahinter habe ich ein Foto von mir gepackt, auf dem man meine Brüste sehen konnte. Da weiß ich, das zieht, weil der Algorithmus das den Leuten bevorzugt anzeigt“, sagt sie. Offenbar glaubt die Sprachakrobatin, dass ihre Dinger so überzeugend sind, bei den Betrachtern die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Ausgeschlossen ist das nicht, schließlich stehen jeden Tag genügend Dumme auf, die nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Geld anfangen sollen.
Ihre fragwürdigen Äußerungen, Provokationen und Posts, etwa zu Männern, denen Böller in der Hand explodierten und der Polizei („ACAB“), hält sie nach wie vor für gesellschaftsfähig und Mobbing für „Führung“. Und sie ärgert sich, dass sie Posts gelöscht habe löschen müssen, so zu Markus Söder („Hundesohn“). „Das fuckt mich krass ab, weil ich das nicht löschen wollte. Ich hätte all die Sachen stehen lassen sollen, weil das meine Überzeugungen sind.“ Doch mit derartigen Überzeugungen lässt sich offenbar selbst bei den Grünen kein Staat machen, zumindest nicht, wenn sie in einer Ausdrucksweise vorgetragen werden, die nur innerhalb ihrer Peer Group auf Zustimmung treffen kann.
Zu ihrer beruflichen Zukunft gefragt, gab sie zu Protokoll, sie könne sich vorstellen, „im politischen Betrieb zu bleiben“ sei sich aber „noch nicht sicher“. Auch „wieder Sozialarbeiterin“ zu werden, käme für sie infrage. Als Streetworkerin wäre das sicherlich möglich, spricht sie doch die Sprache derer, die es zu betreuen gälte. Sie müsse „jetzt echt mal wieder Geld verdienen“, da sie „leider noch keinen Sugardaddy“ habe. Nun, vielleicht sollte sie das Sex-sells-Prinzip noch etwas beibehalten oder gar ausweiten.
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