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Davies 1979 in Zürich | Ueli Frey / CC BE 4.0
NACHRUF

Supertramp Rick Davies verstorben

Der Initiator und Begründer der einstigen Progressive-Rock-Band Supertramp überlebte seine tödliche Krebsdiagnosse um zehn Jahre
Von UWE GOERLITZ |
Lesedauer ca. 3-4 Minuten |
09.09.2025

Bevor die Supertramps mit gehobener Rock-Pop-Musik Anfang der 1980er Jahre Kasse machen konnten, bestes Beispiel: das Album Breakfast In America (1979), gehörten sie zu den progressivsten Bands der 1970er Jahre. Ihre beiden ersten Alben Supertramp und Indelibly Stamped, trotz vielversprechender Songs wie zum Beispiel Maybe I’m A Beggar oder Rosie Had Everything Planned kommerziell erfolglos, führten bei der 1969 vom nun im Alter von 81 Jahren verstorbenen Rick Davies gegründeten Band zu nachhaltigen Veränderungen im Line-up. Mit John Helliwell kam ein weiterer Künstler, dessen Saxophon- und Klarinettespiel den Sound von Supertramp über Jahre mitprägen und ihre Alben Crime Of The Century (1974), Crisis? What Crisis? (1975) und Even In The Quietest Moments (1977) zum Erfolg führen sollte wie die Keyboards von Davies. Dougie Thomsons Bass und das Schlagzeug Bob Siebenbergs ergänzten ihn dabei prächtig.

Davies und Hodgson schrieben nahezu alle Songs und wechselten sich beim Gesang ab, häufig auch innerhalb eines Stückes. Es gelangen ihnen dabei Hits, die gemäß der unter Radio-Deejays vorherrschenden Auffassung aufgrund ihrer Länge zwischen fünf und acht Minuten eigentlich nicht radiotauglich waren. Darunter allein vom 1974er Album mit Dreamer, Bloody Well Right, School, Hide In Your Shell gleich vier. Das 1975er Album weist mit A Soap Box Opera, Ain’t Nobody But Me, Lady und Another Man’s Woman gleichviele auf und das 1977er kommt mit dem 12-Minuten-Stück Fool’s Overtüre und Babaji sowie dem zum Welthit avancierten Give A Little Bit mindestens auf drei. Hatten sie 1970 nur wenige, kaum ausverkaufte Auftritte in Westdeutschland, etwa im Zoom in Frankfurt/Main und der Grugahalle in Essen, waren sie mit ihrer Crime of The Century-Tour fast zwei Jahre unterwegs und ausverkauft.

Daran schloss sich fast nahtlos ihre Crisis? What Crisis?-Tour an, die folgerichtig ebenfalls vor ausverkauften Hallen stattfand und die Band nach Mannheim, Berlin (West) und z.B. München sowie um den westlichen Rest der Welt führte. Kaum fertig mit der Tour, indes mit dem Album Even In The Quietest Moments, begannen sie ihre nächste große Tour, während der sie 1977 in der Düsseldorfer Philipshalle und weiteren Hallen deutscher Großstädte gastierten. Dissonanzen zwischen Hodgson und Davies, die bereits durch die kommerziellere Ausrichtung der Band und ihres Albums Breakfast in America entstanden waren, führten 1983 schließlich zum Ausstieg von Hodgson, der alsdann eine Solokarriere verfolgte. Songs, die sie gemeinsam geschrieben hatten, waren bei Konzerten sowohl von Supertramp unter Davies und von Hodgsons Soloauftritten Bestandteil ihrer Setlists; jene, die jeweils nur einer von ihnen geschrieben hatte, wurden vom anderen nach einigen Rechtsstreiten nicht mehr unerlaubt aufgeführt.

Rick Davies verstarb am 6. September an der bislang unheilbaren Krankheit Multiples Myelom, die 2015 diagnostiziert worden war. Hierbei handelt es sich der onkologischen Forschung zufolge um eine Krebsart, die zu den monoklonalen Gammopathien zählt und vom blutbildenden System im Rückenmark ausgeht. Die Fünfjahresüberlebensrate beträgt bei Männern zwischen 40 und 50 Prozent. Davies gehörte zu jenem Drittel, das zehn Jahre und mehr erreichen kann. Zu seinen vielen herausragenden Songs zählen neben School und Bloody Well Right auch Another Man’s Woman und I’m Coming Home (To See You).

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