In diesem Buch, das eine Fortführung seiner 1967 erschienenen Arbeit Theory and Methods of Social Research bedeutet, erweist sich der Autor als Meister des Induktiven und stellt seine Erkenntnisse nicht nur wissenschaftstheoretisch dar, sondern bringt sie in mathematische Formeln, stets mit Variablen, doch nicht der Ausschlieβlichkeit verhafteten Axiomen. Zugegeben, es ist kein populärwissenschaftliches Buch. Man muss sich sorgfältig mit ihm auseinandersetzen, um zu erkennen, dass Verallgemeinerungen hinsichtlich gesellschaftlicher Strukturen und ihrer Typologien einen wenig weiterbringen.

Einer allgemeingültigen Methodologie, die zum anwendbaren Erkenntnisgewinn und zur Differenzierung führte, erteilt er zunächst eine Absage, denn nichts bewegt sich im luftleeren, unangetasteten, unbeeinflussten Raum. Vielmehr seien die strukturellen Besonderheiten einer Gesellschaft stets zu berücksichtigen, aus der sich dann deduktive Ansätze zur Formgebung von Methodologien für die Sozialforschung ergeben. Insofern ist dieses Buch auch der recht erfolgreiche Versuch, allgemeingültige Variablen und Methodologien für (sozial-)politische Anwendungen bereitzustellen.
Galtung, 1930 geboren, Norweger, ist Professor für Friedens- und Konfliktforschung und gründete das Transcend Institute, dessen Direktor er ist und das heute Mitarbeiter aus und in einer Vielzahl von Ländern hat. Er lehrte an den Universitäten von Oslo, Santiago de Chile, Genf, Hawaii, Witten in Nordrhein-Westfalen, an der Columbia, in Princeton und weiteren. Er hat weltweit Vorträge und Symposien gehalten und tut dies noch.
Johan Galtung: Methodologie und Ideologie. Aufsätze zur Methodologie. Band I, 374 S., ISBN 3-518-07416-4, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1978
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